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2018-12-14

Energieausweis, bitte!

Von W4 Immobilien

Ein Energieausweis wird für ein gesamtes Gebäude ausgestellt. Um den energetischen Zustand von Gebäuden bewerten zu können, schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) in gewissen Fällen solche Energieausweise vor.

Energieausweise enthalten allgemeine Angaben zum Haus, zu den verwendeten Heizstoffen (zum Beispiel Gas, Öl oder Strom) sowie die Energiekennwerte des Gebäudes. Neue Ausweise für Wohngebäude beinhalten, analog zur Energieklassifizierung bei Elektrogeräten, eine Energieeffizienzklasse von A+ bis H.

Wann und wo wird ein Energieausweis benötigt?

In folgenden Fällen wird der Energieausweis benötigt bzw. muss er erstellt werden: 

  1. Wenn ein Gebäude neu errichtet wird, muss der Bauherr dafür sorgen, dass dem Eigentümer des Gebäudes ein Energieausweis ausgestellt wird, oder eine Kopie des Energieausweises übergeben wird. Der Energieausweis muss auf den energetischen Eigenschaften des Gebäudes beruhen. 
  2. Wenn das Eigentum oder ein Teileigentum oder ein grundstücksgleiches Recht übertragen wird, muss der Verkäufer dem potenziellen Käufer spätestens bei der Besichtigung einen Energieausweis oder eine Kopie hiervon vorlegen.  
  3. Bei Miete, Pacht und Leasing einer Wohnung muss der Vermieter, Verpächter oder Leasinggeber dem potenziellen Mieter, Verpächter oder Leasingnehmer spätestens bei der Besichtigung einen Energieausweis oder eine Kopie hiervon vorlegen. 
  4. Bei Gebäuden mit 250 m2 Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr, der auf eine behördliche Nutzung beruht muss der Eigentümer des Gebäudes dafür sorgen, dass für das Gebäude ein Energieausweis ausgestellt wird.
  5. Bei Gebäuden mit mehr als 500 m2 Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr, der nicht auf eine behördliche Nutzung beruht hat der Eigentümer einen Energieausweis an einer für die Öffentlichkeit gut sichtbaren Stelle auszuhängen. 

Übrigens: Für denkmalgeschützte Gebäude ist kein Energieausweis nötig. 

Welche Arten von Energieausweisen gibt es?

Tatsächlich gibt es zwei Arten von Energieausweisen: Den verbrauchsorientierten und den bedarfsorientierten Energieausweis. 

Verbrauchsorientierter Energieausweis (Verbrauchsausweis) 

Der verbrauchsorientierte Energieausweis gibt die tatsächlich verbrauchte Energiemenge (Wasser, Heizung) des Gebäudes in Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter an. Bei Nichtwohngebäuden kommen Werte für Kühlung, Lüftung und eingebaute Beleuchtung hinzu. Dazu werden die letzten drei Heizkostenabrechnungen benötigt. Der verbrauchsorientierte Energieausweis stellt also auf Verbrauchsdaten der Vergangenheit ab. Dabei werden länger andauernde Leerstände und die örtlichen Witterungsverhältnisse der Abrechnungsperioden berücksichtigt.

Bedarfsorientierter Energieausweis 

Der bedarfsorientierte Energieausweis wird verwendet, wenn der verbrauchsorientierte Energieausweis mangels fehlender Voraussetzungen nicht verwendet werden darf.  Für den Bedarfsausweis wird in einem Berechnungsverfahren der theoretische Energiebedarf eines Gebäudes festgestellt. Dafür untersucht ein Fachmann die Immobilie. Das Verfahren basiert auf den Planungsunterlagen und auf einer Checkliste. Die Checkliste wird bei der Gebäudebegehung abgearbeitet. Dadurch lassen sich die energetischen Schwachstellen des Gebäudes erkennen.  

Beispiel-Energieausweis